Chris Tall

Jung ist er, auffallen tut er, Humor hat er: Chris Tall ist mit seinen 27 Jahren längst mehr als der Shooting-Star der Deutschen Comedy-Szene. Mit seinem speziellen Humor ist er in der Komiker-Riege angekommen, die Mehrzweckhallen und Arenen füllt. Wir haben ihn gefragt, wie er sich seinen Erfolg erklärt, was seinen Witz ausmacht und warum in seinem neuen Programm, der Papa eine tragende Rolle spielt.

 

Bürgerlich heißt du Christopher Nast. Wie kamst Du auf die Idee, Dir „Tall“, also „groß“ als Künstlername zuzulegen?
Den habe ich eigentlich meiner Mutter zu verdanken. Wir haben rumgesponnen und sprachen über Künstlernamen. „Chris“ wollte ich unbedingt behalten. Also habe ich sie gefragt: „Mama, fällt dir irgendwas ein?“ Und sie meinte: „Du bist doch mein Kristall...!“. Naja, so kam eins zum anderen.

 

Wolltest du schon immer auf die Bühne?
Ja. Als ich noch ganz klein war, habe ich Mario Barth in Hamburg auf der Bühne gesehen und dachte: „Boah, das will ich auch machen!“ Deswegen bin ich auch erst mal Versicherungskaufmann geworden.

 

Bist du vor einem Auftritt eigentlich noch nervös?
Richtig nervös bin ich nicht, aber ich habe vor jedem Auftritt Respekt. Da ist es auch egal, ob ich vor 100 Leuten stehe oder vor 10.000.

 

Was kannst du besser als andere Komiker?
Essen.

 

Was machst du lieber: TV oder Live-Auftritte?
Ich bin gerne im Fernsehen, aber meine Leidenschaft ist doch die Bühne. Du erhältst die unmittelbare Reaktion des Publikums.

 

Woran spürst du, dass du das Publikum hast?
Wenn du als Komiker auf der Bühne stehst und keiner lacht, dann solltest du dir Gedanken machen. Wenn du das Publikum aber kriegst, dann sind deren Lacher und Klatscher wie eine gigantische Welle, die dich durch den Abend trägt.

 

Witzig ist für dich, wenn ….
jemand über sich selbst lachen kann und schlagfertig ist. Zum Beispiel hatte ich in einer Show einen zehnjährigen Jungen sitzen. Der Arme hatte im Mund und gefühlt um den ganzen Kopf Zahnspangen. Als ich ihn fragte, ob es ihm gut gehe, antwortete er: „Ja, im Moment geht es super. Aber wenn von oben ein Magnet kommt, fliege ich weg!“ Das fand ich mega!

 

Frauen, Behinderte, Farbige… vor deinen Pointen ist keine Gruppe sicher. Gibt es etwas, worüber man deiner Meinung nach keine Witze machen sollte?
Grundsätzlich gibt es keine eindeutige Humor-Grenze; jeder Comedy-Künstler legt ja seinen eigenen Geschmacks-Kosmos fest. Das macht sie oder ihn im Idealfall unverwechselbar. Ich mache keine Witze über jemanden, wenn ich merke, dass derjenige sich nicht wehren kann oder es ihn verletzt. Ich gebe aber zu, dass ich die ganz großen weltpolitischen Themen eher selten im Programm habe. Das können andere besser.

 

„Und jetzt ist Papa dran“ heißt dein neues Programm. Arbeitest du nach „Selfie von Mutti“ auf der Bühne deine Jugend auf?
Mit dem Gedanken bin ich da nicht rangegangen. Ich erzähle Geschichten, die mich umtreiben oder mich in meiner jetzigen Lebensphase interessieren.

 

Wo nimmst du die Ideen her?
Auf jeden Fall inspirieren mich meine Eltern. Die hauen Dinger raus, die kannst du dir besser gar nicht ausdenken! Vieles passiert mir im Alltag und dann schreibe ich das schnell in mein Handy und verwurste es auf der Bühne.

 

Wenn du dein neues Programm in zwei Sätzen beschreibst – worum geht´s?
Ich bleibe meinen Kernthemen treu: Generation, Integration und bodenloser Unsinn.

 

- Foto: Robert Maschke -