„Ich werde oft als lebendes Comic beschrieben"

„Zum Tränenlachen schön“ hat der Münchner Merkur ihre Kabarettkunst bezeichnet. „Wer sich von der Spielwut dieser Frau nicht begeistern lässt, dem ist nicht zu helfen“, urteilte „Applaus“. Kein Wunder also, dass Constanze Lindner als Senkrechtstarterin mit dem Bayerischen Kabarettpreis ausgezeichnet wurde. Das war 2016. Seitdem ist sie, wenn sie nicht gerade im BR das „Vereinsheim Schwabing“ moderiert, auf Tour. Soeben hat das Stanzerl, wie sich die Ausnahme-Komikerin selbst nennt, mit ihrem neuen Programm „Miss Verständnis“ in München Premiere gefeiert. Vor ihrem Auftritt am 9. Mai in Prien hat sie uns ein paar wichtige Fragen beantwortet.

 

Verstehst Du alles und jeden? Oder wie kamst Du auf den Titel Deines neuen Programms?

Ich habe schon sehr viel Verständnis, verstehe aber auch manche Sachen miss.
Da war es naheliegend mir den Titel zu verleihen: Miss Verständnis.

 

Darf man sich auf spontane Umarmungen freuen, mit denen Du Dein Publikum bisher gerne überrascht hast?

Ein Journalist hat kürzlich zu mir gesagt: Das ist dein Markenzeichen! Und tatsächlich ist das so, dass viele Zuschauer zu mir kommen und sagen: Constanze du hast mich heute noch gar nicht umarmt.

 

Wenn man Dich erlebt, glaubt man, dass Du immer schon auf der Bühne warst. Ist dem so?

Tatsächlich war ich schon als kleines Kind auf der Bühne gestanden. Das kam natürlich auch über den Beruf der Eltern, mein Papa war Regisseur, meine Mutter Redakteurin. Ich war schon als Kind viel im Theater, vor allem in Kleinkunstbühnen. Natürlich wollte ich ich dann auch was mit Bühne machen, bin aber erst über viele Umwege wirklich dazu gekommen. Und darüber bin ich sehr glücklich.

 

Hast Du Vorbilder, die Deine Arbeit prägen?

Es gibt immer mal wieder große Vorbilder, meistens Figuren aus Filmen. Mein erster Kinofilm war „Tootsie" mit Dustin Hoffman, danach wollte ich unbedingt Schauspielerin werden. Im Moment schaue ich am liebsten „Big Bang Theory", wahrscheinlich muss ich dann bald Physik studieren.

 

Fragt man in die Runde, fallen in Sachen Humor und Kabarett vor allem männliche Namen. Neben Hape Kerkeling werden spontan Polt, Hagen Rether und Urban Priol genannt. Ist es für Frauen schwieriger witzig zu sein?

Nein, überhaupt nicht! Es gibt mittlerweile so viele tolle lustige Frauen auf den Bühnen. Das fällt mir vor allem immer auf, wenn ich meine Lieblingssendung „Vereinsheim Schwabing" moderiere. Aber natürlich könnten es noch mehr auf der Bühne sein, also los, rauf mit euch!

 

Komik ist für Dich?

Ich werde oft als lebendes Comic beschrieben Das ist für mich ein Kompliment
Mein Herz schlägt für den schwarzen Humor. Ich mag es gerne, wenn es ein bisschen böse ist.

 

Das Komische an Miss-Verständnissen liegt worin?

Dass ein Missverständnis immer von zwei Seiten aus missverstanden werden kann.

 

Wird Cordula Brödke, das von Dir geschaffene und gespielte zahnspangentragende Single-Wollmützenmädchen, auch in Deinem neuen Programm mit dabei sein?

Natürlich! Cordula ist die Mutigste von uns allen. Ich bewundere sie so oft, wie furchtlos sie mit allem umgeht. Da würde ich mir gerne ab und zu eine Scheibe abschneiden wollen.

 

 

Live erleben kann man Constanze Lindner in ihrem neuen Programm „Miss Verständnis“ am 9. Mai in der Kampenwandschule in Prien. Weitere Termine unter www.constanze-lindner.de

 

- Fotos: Martina Bogdahn -