Raus aus der Komfortzone und rein ins Leben

Bei Voice of Germany war er der bayerische Sunnyboy mit der souligen Stimme. Heute ist Danyál Demir ein Musiker, der sich mit seinen Songs für Wagemut und Weltoffenheit einsetzt. Ein Gespräch mit dem 26-jährigen Traunsteiner über deutsche Songs, Neuanfänge und die Liebe.

 

2016 hast Du es bis ins Viertelfinale von „Voice of Germany“ geschafft. Was waren Deine wichtigsten Erfahrungen?

Die Blind Audition und die anderen Auftritte gehören sicher zu meinen intensivsten Lebensereignissen, die mir keiner mehr nehmen kann. Aber wirklich geprägt hat mich die Erfahrung, mit anderen Sängern, die die gleiche Leidenschaft für Musik haben, Zeit zu verbringen. Dadurch sind wunderbare Freundschaften entstanden.

 

Michi Beck von den Fantastischen Vier hat bei der Blind Audition gesagt, „Ich finde, diese Art von Gesang steht Bayern sehr, sehr gut“. Wie hat sich das angefühlt?

In dem Moment kriegt man eigentlich gar nicht wirklich mit, was gesagt wird. Ich war da wie in einem Tunnel, natürlich super happy, dass sich alle Coaches umgedreht haben. Dass er gleich Bezug auf meine bayerische Heimat genommen hat, fand ich gut, weil mir die Gegend, in der ich geboren bin, viel bedeutet. Ich habe mich ja dann auch für das Team Fanta entschieden, was eine super gute Entscheidung war. Dort herrschte eine lockere und gleichzeitig hochprofessionelle Atmosphäre, bei der ich viel lernen konnte

 

Und wie ging´s dann weiter?

2017 habe ich bei dem Protestsong-Contest von Radio FM4 teilgenommen und auch gewonnen. Mein Lied „Hosgeldinez“, was auf Türkisch „Willkommen“ heißt, wurde gefeiert. Viel wichtiger war aber, dass dieses Lied viele für Integration und Weltoffenheit sensibilisiert hat. Als Kind türkischer Einwanderer weiß ich, wie sich Anderssein und Ausgrenzung anfühlt, was es mit einem macht, wenn einem, ohne dass man was getan hat, nachgerufen wird, man solle doch zurück in sein Land gehen. Dabei ist mein Land Deutschland, um genauer zu sein Bayern, hier bin ich geboren und zur Schule gegangen. Und als immer Menschen laut oder leise nach „Abschiebung“ verlangt haben, wollte ich mit „Hosgeldinez/Willkommen“ ein Ausrufezeichen für Weltoffenheit setzen.

 

Neben Deinem Musikengagement hast Du studiert. Wie ließ sich das vereinbaren?

„Voice of Germany“ und die anschließende Tour haben mein BWL-Studium etwas verlängert, aber letztes Jahr habe ich es abgeschlossen.

 

Jetzt hast Du ganz neu Deine Single „Comfortzone“ veröffentlicht. Wer hat den Song geschrieben?

Geschrieben, komponiert und arrangiert habe ich den Song, perfektioniert und abgemischt hat ihn mein Producer Dync, den ich über Freunde kennengelernt habe.

 

Du singst auf Deutsch. Warum?

Eigentlich habe ich erst durch „Voice of Germany“ Deutsch als Songsprache für mich entdeckt. Ich bin ja aufgewachsen mit der Musik der 90er, also mit den Backstreet Boys und Britney Spears. Und dann habe ich Songs von Künstlern wie Teesy gehört, erdige R’n’B-Nummern mit deutschem Text. Das hat mich beeindruckt und ich wusste, das ist mein Weg. Denn die Songs schaffen Nähe, weil jeder den Text sofort und unmittelbar versteht.

 

Was willst Du mit dem Song vermitteln?

„Comfortzone“ ist ein Aufruf, die eigene Komfortzone zu verlassen und auch mal was komplett Neues zu probieren.

 

Der Song hat ja auch für Dich persönlich einen Neuanfang gebracht.

Für den Videodreh brauchte ich eine weibliche Darstellerin und Viktor, der das Video drehte, hat mir Fotos von verschiedenen Frauen gezeigt. Lena hat mir auf den ersten Blick gefallen. Und als dann Viktor zum ersten Dreh fast zwei Stunden zu spät kam, hatten wir Zeit, uns näher kennenzulernen. Was soll ich sagen, Lena war mir sofort super sympathisch. Danach haben wir uns noch mehrmals getroffen und ich stellte fest, dass sie innen wie außen ein schöner Mensch ist. Wir haben ähnliche Ansichten und uns ist Familie so wichtig, dass wir beide im elterlichen Betrieb arbeiten. Ich als Betriebswirt in der Baufirma meines Vaters, Lena als Fotografin im elterlichen Fotostudio.

 

Und wie sehen Deine Pläne für die nahe Zukunft aus?

Eine gute Zeit mit Lena verbringen und natürlich weiter Songs schreiben und komponieren. Ende des Jahres soll mein erstes Album rauskommen.

 

 

- Fotos: Fotostudio Matzelberger -