Zwei Jungs, eine Vision: Die Gärten Bayerns mit einzigartigen Tonnenfeuern erleuchten. Was als vage Idee begann, ist heute zu einem innovativen und regional verwurzelten Start-up gewachsen. Lenz und Luggi liefern echte Handarbeit und sind sich einig: „Made in Bavaria“ ist in. Ghettofassler Lenz sprach mit uns über die Überzeugungen hinter dem Unternehmen und die Bedeutung von Authentizität.

 

Wie habt ihr zwei euch kennengelernt?
Wir sind beide aus der Aiblinger Gegend. Früher war ich sein Pfadfinderleiter, daraus ist dann unsere Freundschaft entstanden. Beruflich kommen wir aus dem Metallbereich: Er hat 2010 seinen Werkzeugmachermeister gemacht, ich meinen Industriemeister Metall.

Wann war die Geburtsstunde von Ghettofassl?
Im November 2014 hat die ganze Gaudi begonnen. An meinem Geburtstag im März hatten wir schon mit der Flex alte Ölfässer modifiziert. Irgendwann sind wir zusammengesessen und haben angefangen, miteinander das Ghettofassl zu erspinnen.

Wie viel Planung, wie viel „Drauf los“-Attitüde steckte damals dahinter?
Wir haben einfach losgelegt, direkt das Gewerbe angemeldet. Schritt für Schritt ist unser Unternehmen dann größer geworden, aber zu Beginn haben wir uns nach dem Mottos „just for fun“ selbst ins kalte Wasser geschmissen und drauf losgelasert.

Musstet ihr auf eurem Weg Hürden überwinden?
Anfangs muss man natürlich Geld investieren. Dann kommen auch Zeiten, in denen man nicht so viele Aufträge bekommt. Diese Phasen haben wir jedoch genutzt, um neue Ideen auszuarbeiten, wie unsere BBQ-Platten, mit denen man auf den Fassln grillen kann. Ein paar Durststrecken gab es also, aber kritisch war es nie.

Läuft Ghettofassl aktuell nebenher?
Ja, würde man das gerade hauptberuflich machen wollen, müsste man das Geschäft extrem pushen und extrem viele Fassl raushauen, was wir nicht möchten. Wir wollen gesund wachsen und dabei vor allem authentisch bleiben. Alles andere würde unsere Philoosophie sowie Wertigkeit, den Charme und die Geschichte hinter dem Produkt schmälern.

Hinter Ghettofassl steckt ja auch ein starker Markencharakter.
Das stimmt. Uns ist eine gewisse „back tot he roots“-Attitüde wichtig, genauso wie das Konzept von persönlicher Auftragsarbeit. So wie es eben früher war: Da hast du dir deine Schuhe vom Schuster machen lassen, deine Küche vom Schreiner. Aktuell leben wir fast nur von der Mundpropaganda, weil zufriedene Kunden unsere Arbeitsweise als Manufaktur zu schätzen wissen und uns weiterempfehlen. Wir fühlen uns eins mit unserem Produkt, das ist einfach ein ausschlaggebender Faktor.

Hört man da einen gewissen Idealismus heraus?
Auf jeden Fall. Wir haben unsere Qualitätsansprüche. Auch an die Produkte, die wir einbinden. Wir benutzen keine alten Fässer, sondern bauen das Fassl komplett neu. Erst lasern wir die Grafiken aus dem Blech, schleifen und putzen es, danach wird es gerollt und mit einem Boden versehen. Dann wird es noch mit einem kleinen Messingschild gelabelt, fertig.

Soll Ghettofassl künftig zum Hauptberuf werden?
Wir haben angedacht, dass zumindest einer von uns davon leben kann. Es wird ja nicht nur beim Ghettofassl bleiben. Gerade haben wir unsere neuen Lampen entwickelt und es gibt bereits unsere beleuchteten Lounge-Möbel, die Ghettocubes. Uns fällt immer wieder etwas Neues ein im Lifestyle-Bereich. Zusätzlich arbeiten wir an unserem neuen Showroom. Es ist also einiges in Planung.

Wie wichtig ist euch der regionale Bezug?
Sehr wichtig, denn wir wollen das alles in unserer Sprache, mit unserem Vibe machen. Man muss sich selbst treu bleiben. Authentizität ist wichtig. „Made in Bavaria“ ist eh ein Etikett, das aktuell wieder Aufwind erfährt. Die Leute haben Bock darauf, sich individuell auszutoben und nichts von der Stange zu kaufen. Das ist cool und bestätigt uns.  

mehr Infos unter www.ghettofassl.de

 

-- Fotos: Marinus Stacheder --