Hellfield Conspiracy: Gedresche für den Landfrieden

Mit der Hellfield Conspiracy vereint Stefan Landinger über 30 Künstler aus dem Landkreis Rosenheim auf dem Album „The Awakening“, dessen harte Songs er fast alle selbst geschrieben und produziert hat. Jeden Sonntag gibt es derzeit ein neues Lied zu hören, zuletzt sorgte die Nummer „Hob vergessn wia ma schofkopft“ inklusive Youtube-Video für Aufsehen. Im Interview mit LUDWIG EVENT schwärmt der sympathische Musiker von den Vorteilen künstlerischer Autarkie.

 

Woher kommt die Idee zu diesem Projekt?

Ich habe mich vom Film „Sound City“ inspirieren lassen. Da haben die Foo Fighters Songs mit verschiedenen Sängern aufgenommen. Da dachte ich: Das könnte ich mit meinen Spezln auch machen. Hinzu kam, dass ich noch alte Riffs übrig hatte von meinen früheren Bands. Oder auch einfach Ideen, die ich nie verwenden konnte. Die waren einfach zu schade zum Wegwerfen.

 

Warum heißt das Projekt „Hellfield Conspiracy“?

Lange Zeit habe ich alle gefragt, ob sie dabei sein wollen beim „Landinger und Spezl“-Album. Ich wollte aber auf keinen Fall, dass mein Name im Titel ist, weil ich das affig finde. Und dann ist mir wieder eingefallen, dass wir damals Anfang der 2000er Jahre alle unseren Proberaum in Heufeld hatten. Weil uns das aber vom Klang her nicht Metal genug war, hat ein Kumpel unser Reich in Hellfield umbenannt. Er hat dann später auch ein großes Festival in Bad Aibling unter diesem Titel veranstaltet. So entstand der Name. Als Tribut an diese Zeit und weil das Festival zwar nur Musik aus dem härteren Bereich beherbergte, die Bands aber durchgemischt waren. So wie auf diesem Album. Naja, und „Conspiracy“ klang halt einfach am coolsten.

 

Wann hast du angefangen, daran zu arbeiten?

Im Dezember 2018 habe ich die ersten Demos inklusive Drum-Computer aufgenommen. Den ersten Song „One Life, One Chance“ fand ich dann schon ziemlich stark und deswegen war für mich klar, dass das eine aufwändigere Geschichte werden würde. Ich wollte dieses Level unbedingt halten.

 

Das Vorhaben erwies sich als recht zeitintensiv, oder?

Durchaus, vor allem, weil ich keinen der Beteiligten stressen wollte. Und sage niemals zu einem Musiker: „Lass dir Zeit.“ Das kann nämlich dauern. Genauso wie der organisatorische Teil rund herum: Das Ausmachen der Termine, das Koordinieren der Aufnahmen und all das. Ich hatte mir ja genau zurecht gelegt, welchen Musiker oder Sänger ich für welchen Song wollte und das musste dann auch so sein, egal wie lang es dauern würde.

 

Inwiefern taugt dir diese Arbeitsweise besser als das Mitwirken in einer Band?

Man kann einfach machen, worauf man Lust hat, ohne Einschränkungen und in der eigenen Arbeitsgeschwindigkeit. Wenn ich Bock habe, einen Black-Metal-Song zu schreiben, dann mach ich das. Und wenn ich am Tag darauf lieber eine Punk-Nummer machen möchte, tue ich das ebenfalls. Ich muss meine Ideen nicht an eine Band anpassen oder am Ende Riffs verwerfen, weil sie dem Rest nicht gefallen. Man gibt sich ja Mühe und hat eine Vision für dieses Lied, da ist es mir gerade einfach recht, dass ich alles so umsetzen kann, wie ich will. Außerdem ist es spannend zu sehen, was mit einer Nummer geschieht, wenn der Sänger dazukommt. Die Gesangsmelodien und Texte denken sich die Sänger ja selbst aus, da passiert noch sehr viel im Aufnahmestudio. Ich habe schon einige Platten aufgenommen, aber ich war noch nie so zufrieden wie mit diesem Album.

 

Soll das Ganze auch live auf die Bühne?

Der Plan bestand, aber dann kam leider Corona dazwischen. Ich würde gerne ein kleines Fest veranstalten, wo alle zwölf Songs mit allen Künstlern live aufgeführt werden. Einige von den Musikern kennen sich nicht mal untereinander, spielen aber auf der Aufnahme beim selben Song mit. Mir geht es darum, die Leute zusammenzubringen.

 

Und was steht in Zukunft an?

„Awakening“ der Hellfield Conspiracy hat angefangen mit einem Zettel voller Riffs, dahinter standen Namen von den Musikern, die ich mir vorgestellt habe. Ich sag es mal so: Ich habe schon wieder einen solchen Zettel mit 15 Ideen und vielen Namen. Manche davon haben beim ersten Projekt schon mitgemacht, aber viele Sänger aus dem Bekanntenkreis waren noch nicht dabei – die sollen dann beim zweiten Album zum Zug kommen.