Konzentration und Entspannung

- Yoga entstresst Körper und Seele

 

In Deutschland praktizieren gegenwärtig 2,6 Millionen Menschen Yoga, Tendenz steigend. Als Motive werden Verbesserung des körperlichen sowie geistigen Wohlbefindens genannt, gefolgt von dem Wunsch nach gesteigerter Leistungsfähigkeit. Die Übungen werden, so das Ergebnis einer Umfrage, ausnahmslos als positiv erlebt. Was Yoga konkret bewirken kann und welche Schulen es u.a. gibt, erklärt die Yogalehrerin Giovanna Bogner. Sie hat ihr Zertifikat bei Dr. Patrick Broome erworben, der den DFB und die Profis vom FC Bayern München in Sachen Yoga schult.

 

Lebenseinstellung und Leidenschaft
Ich hatte immer große Probleme mit meinem Rücken und versuchte meine Schmerzen auf unterschiedlichste Art und Weise zu lindern, mit eher wenig Erfolg. Als ich das erste Mal im Yoga war, wurde mir bewusst, dass ich endlich etwas gefunden hatte, das meinem Rücken half. Zudem spürte ich, wie ich Stunde für Stunde gelassener wurde. Yoga wurde zu meiner Lebenseinstellung und meiner großen Leidenschaft. Aufgrund meiner Ausbildung und meiner eigenen Erfahrung lege ich bei meinem Unterricht besonderen Wert auf genaue und korrekte Ausführung der Asanas und auf die richtige Haltung des Rückens.

 

East goes West
Yoga ist eine der sechs klassischen Schulen der indischen Philosophie und war ursprünglich ein rein spiritueller Weg, der vor allem die Suche nach Erleuchtung durch Meditation zum Ziel hatte. Um den Körper für den anstrengenden Lotussitz zu kräftigen und zu mobilisieren, wurden Asanas entwickelt. Mit der Zeit erkannte man immer mehr die positive Wirkung der körperlichen Übungen auf das gesamte Wohlbefinden des Menschen. Das Yoga, das wir heute kennen, fand Anfang 1900 von Indien ausgehend in Europa und Amerika zunehmend Anklang und wurde im Laufe der Zeit an unsere westlichen Bedürfnisse angepasst. Angestrebt wird eine verbesserte Vitalität und eine Haltung der inneren Gelassenheit.

 

Yoga tut gut
Yoga hat viele positive Eigenschaften, es verjüngt den Körper, macht ihn flexibler, löst Verspannungen, hilft therapeutisch bei Schmerzen, Ängsten und depressiven Verstimmungen. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Yoga als Medizin genau gegen jene Erkrankungen wirksam ist, die unsere Zivilisationsgesellschaft massenhaft hervorbringt: Schmerzen am Bewegungsapparat, Stoffwechselstörungen, Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ein geschwächtes Immunsystem und psychische Leiden. Yogaübungen sind für jedes Alter und jede Lebenslage geeignet.

 

Kleines Yoga-ABC

  • Asana sind die Yoga-Übungen.
  • Bikram Yoga oder Hot Yoga ist eine neuere Form des Yogas, bei der 26 verschiedenen Übungen bei 40 Grad Raumtemperatur durchgeführt werden.
  • Chakren sind laut indischer Medizin Energiebahnen, die den Körper durchziehen.
  • Hatha Yoga steht für langsame und entspannte Yoga-Übungen, die sich für Anfänger besonders eignen.
  • Jivamukti Yoga, das Wort bedeutet: „Befreit im Leben“, ist eine dynamische Variante, die Geist und Körper fordert und fördert.
  • Kundalini Yoga wird oft als spirituelle Form des Yogas bezeichnet, da der Fokus auf Konzentrationsübungen und Atmung liegt.
  • Luna Yoga ist eine sanfte Yoga-Form, in der die Kraft der Mitte entfaltet wird. Sie steigert Fruchtbarkeit, Kreativität und Entspannung. 
  • Prana heißt die Lebensenergie, die nach hinduistischem Glauben durch den Körper fließt. 
  • Tibetisches Heil Yoga konzentriert sich auf die Natur, die fünf Elemente sowie die innere Geisteshaltung und den Zusammenhang mit Körper und Gesundheit. 
  • Vinjasa Yoga ist ein dynamischer Yoga-Stil, in dem Atmung und Bewegung miteinander harmonisch verbunden sind.
  • Yin Yoga ist eine langsame Form, in der die Asanas drei bis fünf Minuten gehalten werden. Es fördert die Durchblutung, verbessert die Flexibilität und erhöht das Bewusstsein für die innere Stille.

 

 

Fotos Giovanna Bogner

-Das Asana „Baum" stärkt das innnere Gleichgewicht

-Der Lotussitz harmonisiert die Energie