„Wir sind jung und wollen gemeinsam etwas erreichen"

Das Indiebase ist ein noch recht junges Festival in der ehemaligen Fliegerhalle in Bad Aibling. Zum ersten Mal fand es 2017 statt, dieses Jahr steigt es vom 28. bis 29. Juni. Das Besondere: Es wird komplett von Jugendlichen in ihrer Freizeit neben Schule, Studium und Hobbys organisiert. Träger des Festivals ist die Jugendinitiative Bad Aibling (JiM). Wie das Indiebase zu seinem Namen kam, was die Besucher alles erwarten können und ob bei den Planungen bisher alles glatt gelaufen ist, erklärt uns Franziska Rauchenecker vom Planungskomitee. 

 

 

Wer ist alles bei den Planungen involviert?
Das Kochzubehör für die Festivalküche leihen wir uns beispielsweise von den Aiblinger Pfadfindern. Das Planungskomitee besteht aus sechs ständigen Mitgliedern, dieses Jahr sind wir zwischen 20 und 28 Jahre alt. Hinzu kommen über 10 Arbeitskreise (AKs): Dekoration, Merchandising, Küche, Theke, Einlass, Camping, Technik, eben alles, was ein Festival braucht, um den Namen zu verdienen. Die Leiter dieser AKs agieren sehr selbstständig, und suchen sich ihre Freiwilligen aus ihrem Freundeskreis. Somit bleibt alles familiär und man kennt sich untereinander. Dazu noch Techniker, Fotografen, befreundete Jugendzentren und Festivals, die uns auch unter die Arme greifen – am Ende sind es über 150 Leute.

 

Wie kam das Indiebase zu seinen Namen und warum steigt das Festival in der Fliegerhalle?
Der Name ist eine Kombination aus der Musikrichtung und der Location. Es standen viele lustige Namen im Raum - „Wendelstein-Festival“oder „Indie-Aibling“. Aber uns war klar, dass der Name hängen bleiben muss. Der Schwerpunkt des Festivals liegt auf dem Genre Independent Music (Indie). Wir waren uns schnell einig dass die Location, die ehemalige Ami-Kaserne, einzigartig ist. Auf der einen Seite begrenzen die Alpen und die monumentalen Kugeln des Echelon-Projekts den Blick, auf der anderen dominieren der pragmatische Beton der amerikanischen Nachkriegskaserne. Das erzeugt ein ganz spezielles Partyfeeling.

 

Waren die Planungen bisher stressfrei?
Insgesamt betrachtet sind wir schon sehr zufrieden. Das Booking steht und ist fantastisch, unsere AKs sind größtenteils besetzt und unsere Helfer haben Lust, etwas zu machen und sich einzubringen. Natürlich ist jede Deadline zu knapp, jede Frist zu kurz und nie wird etwas pünktlich fertig, wir machen das ja auch alles ehrenamtlich. Aber das Gröbste ist geschafft, jetzt fallen fast nur noch Kleinigkeiten an.

 

Wer trifft die Auswahl der Künstler?
Unsere Bookerin Johanna fragt Bands an und bekommt Bewerbungen zugeschickt. Gleichzeitig gleichen wir das mit unserem Budget ab, und überlegen uns, welche Band zu uns passt und auch den Besuchern gefallen könnte. So besetzen wir zuerst die große Main-Stage in der Halle.Wenn wir damit durch sind, und das Budget verplant ist, machen wir uns an die Open Air Stage. Wie viele Anfragen wir dafür bekommen, kann man sich gar nicht vorstellen. Am Ende treffen wir die Auswahl alle zusammen im Planungskomitee.

 

Was wird dieses Jahr geboten?
Ein kleines, feines Festival. Wir haben eine gute Mischung aus großen Namen der Independent-Szene und jungen Bands gefunden. Unser Line-up ist handverlesen: Als Headlinerin macht am Freitag die feministische Rapperin „sookee“ den Anfang, am Samstag steht die Post-Punk Band „Die Nerven“ auf der Bühne. Außerdem finden sich auch ausgewählte Musiker aus dem ganzen deutschsprachigen Raum auf der Bühne, beispielsweise „Me+Marie“, „Steiner&Madleina“ oder die „Sauna“. Auf unsere Open-Air-Stage spielen abwechselnd dazu regionale Bands und Lieblingsgruppen, wie die „Vero Reiser Ban“ oder „Dr. Umwuchts Tanzpalast“. Dazu kommt natürlich noch ein Campingplatz, ein kleines Sortiment an Essensständen und Non-Food-Produkten, eine Open-Stage zum Slammen und Jammen.
Es ist uns sehr wichtig, unserem Publikum abseits von Konsumzwang und teuren Eintrittspreisen ein hochwertiges Festival zu bieten auf dem Vorurteile und Diskriminierungen keinen Platz haben. Außerdem versuchen wir, das Festival barrierefrei zu gestalten. Wir wollen einen vorurteilsfreien Raum schaffen und setzen uns öffentlich gegen Diskriminierung aller Art ein.

 

Genießt ihr überhaupt das Festival, oder seid ihr zu beschäftigt?
Es ist ein irres Gefühl, mit Anfang zwanzig vor einer Bühne zu stehen und den Menschen beim Tanzen zuzusehen – noch schöner, wenn man genau weiß, was an Arbeit dahintersteckt! Während der Veranstaltung ist das wohl der beste Moment. Aber für mich ist eigentlich der Sonntagmorgen der schönste. Wenn um zwei Uhr in der Nacht das Gelände geräumt ist, nur noch die Security auf Nachtwache ist, schlendere ich über das leere Gelände und erinnere mich daran, was vor ein paar Stunden hier noch los war.

 

Kurz & Knapp
Fr., 28. 06., ab 18 Uhr, Sa., 29. 06., ab 14 Uhr, Mietraching, 83043 Bad Aibling
Preise: Festivaltickets zwischen 12 und 20 Euro
Besucher zwischen 14 und 16 Jahren dürfen ohne Aufsichtsperson bis 24 Uhr bleiben, da der Veranstalter ein Träger der öffentlichen Jugendarbeit ist.
Wer helfen will kann sich unter info@indiebase.de melden.