Rock´n´Roll fürs Leben

Just Duty Free, die Fünf-Mann-Combo aus Wasserburg, hat sich mit ihren Interpretationen der Großwerke der Rockgeschichte längst einen Namen gemacht. Zu hören waren sie zuletzt beim Rosenheimer Sommerfestival und im Weltsalon auf dem Münchener Winter-Tollwood. Dort haben sie nicht nur Musik gemacht, sondern mit ihrem Gig auch Geld gesammelt für ein Herzensprojekt: die Globale Initiativen Förderung. Ein Gespräch mit dem Leadgitarristen Marius Kreissl darüber, wie man das Leben rockt und gleichzeitig die Welt ein kleines Stück besser macht.

 

Wann habt ihr euch kennengelernt?
Der Großteil unserer Band kennt sich schon seit der Schulzeit. Durch die Wasserburger Wasserwacht ist dann nach und nach die Band sowie eine geniale Freundschaft entstanden. Das ist jetzt ziemlich genau zehn Jahre her.

 

Wer von euch kam auf den Namen „Just Duty Free“?
Diese Frage wird unsoft gestellt, sogar vom Finanzamt, das uns im Spaß bei der ersten Steuererklärung darauf hingewiesen hat, dass das deutsche Finanzsystem leider nicht „Just Duty Free“ sei. Allerdings steht unser Name für das Selbstverständnis „frei von Pflichten", so sehen wir uns als Musiker.

 

Wenn ihr Eure Band mit zwei Sätzen beschreiben solltet, wie lauten diese?
Es reicht ein Satz: Wir sind fünf beste Freunde, die auf der Bühne stehen und den Spaß und die Leidenschaft, die wir sowohl mit gecoverten als auch mit unseren eigenen Songs haben, so gut wie immer auf unser Publikum übertragen können.

 

Ihr covert nicht nur bekannte Rocksongs, sondern schreibt auch eigene Lieder. Wie entstehen diese Songs?
Ich versuche jetzt mal nicht zu weit abzuschweifen und euch nicht mit Erzählungen über schlaflose und arbeitsintensive Tage und Nächte in unserem Proberaum zu langweilen, in denen unsere Songs gewachsen sind. Auf das Stichwort „gewachsen“ komme ich aus dem folgenden Grund. Zwei unserer Songs existieren tatsächlich schon seit etwa acht Jahren. Nach der Entscheidung, dass wir uns mehr auf das Covern spezialisieren wollen, lagen die Rohdateien dieser beiden Lieder fast verloren auf irgendwelchen Festplatten. Glücklicherweise haben wir vor zwei Jahren beschlossen, dass wir unser eigenes Projekt wieder zum Leben erwecken wollen. Im nächsten Jahr releasen wir unser erstes Album. Es wird ein bunter Mix aus Rock, Blues, Funk und gefühlvoller Musik mit englischen Texten. „Little Implication“, unser erster eigener Song überhaupt, hat es bereits in das Finale des Deutschen Rock Preises in der Kategorie „Beste deutsche Rockband“ geschafft, am 8. Dezember werden beim Live-Finale in Siegen die Gewinner ermittelt. Also Daumen drücken.

 

Rock´n´Roll ist für euch….
eine Lebenseinstellung

 

Wie verträgt sich Rock mit sozialem Engagement?
Über meine zuvor getroffene Aussage was Rock´n´Roll für uns ist, nämlich eine Lebenseinstellung, würde ich das soziale Engagement nicht mit dem Rock, sondern vielmehr mit den Menschen in Verbindung bringen, die den Rock spielen. Es gibt wirklich viele Musiker, die auftreten, weil der Erlös einer guten Sache zukommt. Für uns ein wirklich gutes Gefühl.

 

Ihr unterstützt die Globale Initiativen Förderung e.V. (GIF). Wer von euch kam auf diese Idee?
Dazu muss ich eine kurze Vorgeschichte erzählen. Mein kleiner Bruder, Hannes Kreissl, ist im Alter von 18 Jahren für ein knappes Jahr nach Afrika gegangen um dort in einem kleinen Krankenhaus zu arbeiten. Als er wieder zu Hause war, hatte er sich verändert. Das spürte ich das erste Mal, als er ans Telefon ging und einem tansanischen Freund auf fließend Kisuaheli antwortete. Wenig später kam er auf die Idee, die GIF zu gründen, um in erster Linie den Bau einer Krankenstation in Tansania zu unterstützen. In dieser Krankenstation, dem „Lothar Health Centre“ (LHC), werden 2019 die ersten Patienten behandelt. Es macht uns glücklich, dass wir dazu einen Beitrag leisten können. Wie uns insgesamt an dem Verein gefällt, dass nicht einfach nur Geld nach Afrika gesendet wird, sondern die Initiative der Menschen dort unterstützt wird. Jedes Vereinsmitglied hat die Möglichkeit, selbst Projekte vorzustellen, die nach Abstimmung der Förderbarkeit auch ins Programm der GIF aufgenommen werden.

 

Was wollt ihr mit eurer Musik bewirken?
Wir lieben es auf der Bühne zu stehen und die Menschen mit unserer Musik zu begeistern. Wenn wir Spaß an einem Konzert haben und das Publikum mitreißen können, ist für uns alles richtig gelaufen. Gerade bei unseren eigenen Liedern bleiben wir unserem Geschmack treu und transportieren das auf die Saiten, Tasten und Trommeln, was uns gefällt. Uns ist sehr wichtig, dass wir uns mit unseren Ideen immer identifizieren können. Sobald das die Hörer bemerken, haben wir unser Ziel erreicht. Unserem rockigen Stil treu geblieben, hoffen wir bei unseren Konzerten natürlich auch die junge Generation von unserer Musik zu überzeugen. Gerade für das jährliche Benefizkonzert in Wasserburg hoffen wir dadurch die Besucherzahl bis zum Limit der Location ausweiten zu können, damit möglichst viele Spendengelder zusammenkommen, die der Fertigstellung des LHC zugutekommen.

 

Und wie sehen eure Vorsätze und Pläne für das neue Jahr aus?
Obwohl wir mittlerweile aufgrund von Studium uns Job in ganz Bayern und Österreich verstreut leben, wollen wir mindestens ein- bis zweimal im Monat auf der Bühne rocken. Außerdem ist unser großes Ziel, wie schon gesagt, unser Album zu vollenden und zu releasen. Aber jetzt kommt erst einmal das Benefizkonzert mit der GIF am 5. Januar, bei dem wir ein Hammer-Konzert abliefern werden und vielleicht den Spendenrekord vom letzten Jahr nochmal knacken können.


„Just Duty Free" spielt am 5. Januar im Belacqua in Wasserburg ein Benefizkonzert, als Vorband treten die „Raccoons" auf. Der Erlös geht zu 100 Prozent an die GIF für die Fertigstellung der Krankenstation in Tansania.