Bairisch, funkig, bluesig, rockig oder ganz einfach: 5 vor 12e

Warum heißt das neue Album „5 vor 12e“?

Weil wir in dem gleichnamigen Song erzählen, was gerade auf unserem schönen blauen Planeten los ist. Wir singen über große und kleine Probleme. Dazu gehören globale Themen wie der Klimawandel, das Abschmelzen der Eisberge, aber auch ganz persönliche Momente wie die Schulden, die ein Hauskauf mit sich bringt.

 

Eure Gesellschaftskritik verpackt Ihr bairisch, rockig, witzig.

Wir wollen auch keine Endzeitstimmung verbreiten, sondern über unsere Texte zum Nachdenken anregen. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Deswegen gehört bei „5 vor 12e“ auch der kaltgewordene Leberkäse dazu, was für manchen Bayern ja bereits einer kleinen Katastrophe nahekommt.

 

Du singst kompromisslos bairisch. Versteht man das Deiner Erfahrung nach außerhalb des Chiemgaus?

Im Großen und Ganzen schon. Bei einigen Begriffen blicke ich bei den Live-Konzerten bisweilen in verständnislose Gesichter. Das ist für mich ein Zeichen, dass ich diese Liedzeile ausdeutschen, also quasi übersetzen sollte.

 

Was kann man auf Bairisch sagen, was auf Hochdeutsch nicht geht?

Fluchen zum Beispiel kann man am allerbesten auf Bairisch. Aber da ich insgesamt bairisch denke, weil ich hier geboren bin und lebe, texte ich auch bairische Songs. Das geht sozusagen vom Bauch ohne Umweg direkt ins Mikro.

 

Hast Du musikalische Vorbilder?

Der Sound der Soulbands ab den 50er Jahren beeindruckt mich schon immer. Wie zum Beispiel Taj Mahal viele verschiedene Stile in seinen Liedern verpackt und man ihn trotzdem immer zu 100 Prozent erkennt, das ist für mich große Kunst.

 

Musikalisch schlägst Du mit der Keller Steff Big Band neue Töne an. Der „Huat Mix“ klingt streckenweise richtig funkig, bei „Es brennt“ groovt der Sound, in „Diaf Unten“ stimmst Du soulige Momente an, bei „Nix doa“ wird´s bluesig. Wie kommen all diese Nuancen in Deine Musik?

Wenn man eine so mächtige Band im Rücken hat, kann man sich entfalten. Die musikalische Bandbreite jetzt ist komplett meine Welt.

 

Die Keller Steff Big Band sind:
Keller Steff / Gesang, Gitarre, Mundharmonika
Franz Gries / Gitarre, E-Gitarre
Gerhart Zimmermann / Bass, Klavier
Max Seelos / Schlagzeug
Philipp Treichl / Trompete
Peter Lechner / Alt-Saxophon
Rick Blain / Bariton-Saxophon

 

Spektakulär wirkt der druckvolle Trompeten- und Saxophonsound. Stammen die Musiker der Big Band wie Du aus dem Chiemgau?

Aber klar doch. Mit den Bläsern, dem Rick, Pete und Phil, habe ich vor Jahrzehnten bereits in der legendären Blues-Brother-Revival Band „Eastside Express“ zusammengespielt. Man kann also sagen, wir sind waschechte, aufeinander eingespielte Chiemgauer.

 

Habt Ihr das Album in Deinem Tonstudio in Übersee aufgenommen?

Ein Studio hat uns gar nicht gereicht. Weil wir meist weit verstreut sind, haben wir drei gebraucht: Gitarre, Schlagzeug und Gesang haben wir in Übersee, das Schlagzeug in Regensburg und die Bläser in Traunstein aufgenommen. Insgesamt waren 26 Menschen schwer beschäftigt, dass das alles so wunderbar funktioniert hat.

 

 

Auszüge aus dem Album „5 vor 12e“

In „5vor12e“ besingt der Steff in seiner typischen Art und Weise die brisante Lage, in der sich der Blaue Planet mit all seinen Bewohnern gerade befindet. Rockige Gesellschaftskritik mit Witz.

„Schokolad“ beschreibt einen grimmigen, durch harte Arbeit gezeichneten Mann, in dessen Inneren jedoch eine sehr, sehr weiche Seele wohnt, so weich wie in Sonne geschmolzene Schokolade.

„Las Vegas“ zeigt kurz und knapp, dass sich ein Sehnsuchtsort voll mit Glück und Freude nicht immer am anderen Ende der Welt befinden muss. Zitat: „Las Vegas passiert im Hirn, muast ned extra umme fliang„

„Kimm wieder hoam“ gibt es schon als Soloversion „Bin wieder frei“. Im neuen Big-Band Gewand kann man die ruhige und melancholische Ader der Band genießen, tragende Bläsersätze mit gefühlvollen Solos.

 

Live erleben könnt Ihr die Keller Steff Big Band an ganz vielen Orten hier in der Region, u.a. am
- Sa., 17.02., beim Bavarian Beats Festival in Bad Tölz
- Sa., 24.02., Releasekonzert im Wirthaus D´Feldwies in Übersee
- Sa., 10.03., im LOKschuppen in Simbach a. Inn
- Sa., 17.03., im Gasthof Klement in Isen
- Fr., 20.04., im Gasthof „Zum Bräu“ in Garching an der Alz
- Di., 01.05., beim Jazz & Blues Open Wendelstein
- Sa., 26.05., im ARGEkultur in Salzburg
- Do., 28.06., im Festzelt in Kirchdorf
- Fr., 20.07., im Festzelt in Lengdorf
- Fr., 03., und Sa., 04.08., beim BrassWiesn Festival in Eching
Weitere Termine unter www.kellersteff.de