Oansno im Interview

Ihre Musik - das sind energiegeladene Grooves gemischt mit bayerischer Prosa, dazu eine Prise Ska, eine Portion Hip-Hop, Reggae-Feeling und Balkanbeat, der gleichsam in Herz und Hüften zielt. „Oansno“ sind in München daheim und touren durch Bayern. Wer die vier jungen Männer einmal live erlebt hat, will das wieder. Denn ihre Spielfreude ist einfach mitreißend und macht gute Laune. Wir haben uns mit Michi, der in der Band das Akkordeon zum Singen und Klingen bringt, über Live-Auftritte, Lebenslust und Liedtexte unterhalten.

 

Es war einmal… Wie fängt Eure Band-Geschichte an?
Wir sind im Biergarten auf der Oidn Wiesn gesessen und nach der zweiten oder dritten Maß ist irgendeiner von uns auf die Idee gekommen, eine Mundart-Band zu gründen, mit musikantischer Besetzung. So ging’s los.

 

Wer von Euch kam auf den Namen „Oansno?“
Bei einem unserer ersten Auftritte, ich glaube es war beim Musikantenstammtisch im Hofbräuhaus, haben die Leute im Publikum „Oans no“ anstatt „Zugabe“ gerufen. Das kam dann natürlich in die engere Wahl und hat sich bei einer kleinen Umfrage unter Freunden durchgesetzt.

 

Seid Ihr ausgebildete Musiker?
Der einzige „richtige“ Musiker ist der Menya – er hat klassische Trompete studiert. Während seines Studiums hat er bereits bei einigen namhaften Orchestern ausgeholfen und ist dort zu der Erkenntnis gelangt, dass Klassik nachzuspielen auf die Dauer doch etwas unkreativ und trocken ist. Mit dem Publikum und der Band zu feiern, sowohl während als auch nach den Auftritten, macht einfach viel mehr Spaß.

 

Lebt Ihr von der Musik?
Die Musik nimmt immer mehr unserer Zeit in Anspruch: Stücke schreiben, Studio-Aufnahmen und Foto-Shootings machen, Auftritte an Land ziehen und abstimmen, CD-Release organisieren, Videos drehen, Interviews führen, soziale Medien pflegen, Instrument üben etc. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für anderes. Ob man davon leben kann, hängt eher von den persönlichen materiellen Ansprüchen ab. Ich selbst mache eigentlich außer Musik nichts anderes, der Menya lebt auch von der Musik, die anderen beiden haben noch „anständige“ Jobs, zumindest in Teilzeit.

 

Wie entstehen Eure Songs?
Eine unserer selbst auferlegten Vorgaben ist, dass wir uns die Inspiration für unsere Lieder ausschließlich vor der Haustüre holen, quasi Themen oder Erlebnisse aus dem Alltag. Vom Klimawandel bis zum Reinheitsgebot ist alles drin, solange wir einen direkten Bezug dazu haben. Wichtig ist nur, dass es mit Humor und einer gewissen (Selbst-)Ironie verbunden ist. Auch die musikalische Inspiration bekommen wir aus dem Alltag: Wenn man z.B. auf dem Balkon im Hinterhof sitzt und aus irgendeiner Nachbarwohnung ertönt Jugo-Pop kann das zu einer Idee für eine neue Nummer führen. Die Stücke selbst entstehen anschließend in Co-Produktion: Wir schieben uns gegenseitig die Kompositionen und Texte zu und jeder steuert seine Ideen bei.

 

Ihr seid im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnete Volksmusikanten (u.a. 1. Platz Fraunhofer Volksmusikpreis). Was bedeutet für Euch Volksmusik?
Bei den meisten Musikrichtungen werden eher bestimmte „Nischen“ bedient. Egal ob jüngere Hip-Hop-Fans oder ältere Schlager-Fans – meistens hat jeder „seine Musik“. Wenn man die Volksmusik der ganzen Welt vergleicht, liegt die Gemeinsamkeit darin, dass die verschiedenen Generationen und Milieus zusammengeführt werden: Da tanzt der Großvater mit seiner Enkelin oder der Bürgermeister feiert mit den „einfachen“ Leuten – sowohl hier als auch in Lateinamerika. Und genau das genießen auch wir, wenn wir auf Stadtfesten oder Hochzeiten spielen. Vor kurzem haben wir bei einem eher alternativen Punk-Festival gespielt, wo das meist sehr junge Publikum Pogo getanzt hat, und am nächsten Tag bei einem eher gediegenen 70sten Geburtstag. Wir haben uns dann vorgestellt, wie es gewesen wäre, wenn man die beiden Veranstaltungen zusammengelegt hätte….

 

Mit „Oansno“ legt Ihr jetzt Euer erstes Album vor. Das sollte man unbedingt hören, weil …
… die witzigen und eingängigen Texte zum Schmunzeln und mitsingen anregen. Die Musik geht sofort ins Ohr und in die Beine. Aber das kann man schlecht erklären – am besten mal reinhören auf www.oansno.de

 

Live erleben kann man Oansno u.a. am 27. Oktober bei den Rosenheimer Kleinkunsttagen.