Interview mit dem Organisator des Chiemgau Outdoor Festival

Dieses Jahr sollte ein neues Festival Premiere feiern. Auf dem alten Reggae-Festivalgelände war im August das erste Chiemgau Outdoor Festival geplant. Aufgrund von Corona kam aber alles anders: Die Premiere wurde abgesagt bzw. ins nächste Jahr verschoben. Was Sportbegeisterte dann erwartet und wie man als Organisator Enttäuschung, Vorfreude und Neuplanung vereinbart, haben wir Dominik Hartmann gefragt.

 

Du bist als Reisender auf der ganzen Welt unterwegs. Welche Aspekte machen für dich den Chiemgau einzigartig und zur genau richtigen Location für ein Outdoor-Festival?

Tatsächlich konnte ich durch die Skivideos mit der Freeski-Crew und meiner Weltreise mit einem Offroad Camper schon einige Länder bereisen. Das Chiemgau ist aber nicht nur meine Heimat, sondern eine Region, die durch ihre Vielseitigkeit für jeden Outdoorbegeisterten etwas bietet. Die zahlreichen Seen, die nicht nur zum Baden, Segeln oder auch zum Kiten einladen, und die Chiemgauer Alpen, in denen jeglicher Bergsport ausgeübt werden kann, machen diese Region zu einem Paradies!

 

Wie wird aus der Idee ein Konzept?

Die Idee schwirrt bereits seit vier Jahren in meinem Kopf. Es scheiterte aber an der richtigen Location. Mit meinem Arbeitskollegen Michi Steffl, der auch Teil des Chiemgau Collectives ist, kam die Idee wieder ins Rollen. Das Konzept wurde überarbeitet und die ersten Gespräche mit der Gemeinde, Behörden und der Industrie wurden geführt.

 

Was war geplant?

Der Name Chiemgau Outdoor Festival bezeichnet eigentlich schon alles. Wir wollen die Outdoor-Vielseitigkeit im Chiemgau auf einem Festival präsentieren. Gäste können am Festivalwochenende in ihrem Camper oder Zelt übernachten und verschiedene Sportarten und Aktivitäten am Festivalgelände ausprobieren. Zudem können die Aktivitäten mit Guides oder auf eigene Faust in der Region durchgeführt werden. Zu jedem authentischen Festival gehören natürlich auch Konzerte und die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

 

Wie viele Outdoor-Enthusiasten verträgt die Region deiner Meinung nach?

Sehr interessante Frage! Im Moment könnte man glauben, dass halb Deutschland bereits im Chiemgau ist. (lacht) In meinen Augen ist eher die Parkplatzsituation in den Bergen und an den Seen das Problem. Jeder kommt mit seinem eigenen Auto, obwohl die Infrastruktur mit Bus und Bahn bereits sehr gut ausgebaut ist. Beim Festival werden wir Shuttlebusse einrichten, um die Gäste gemeinsam an die verschiedenen Locations zu transportieren.

 

Was sollten Outdoor-Sportler beachten, um die Natur nicht zu gefährden, die sie eigentlich feiern wollen?

Egal welche Sportart ausgeübt wird, eigentlich wollen wir alle das Gleiche: Die Natur genießen, fühlen und erleben. Deswegen ist dies auch unser Leitsatz. Respektvoll mit der Natur umgehen, Pflanzen und Tiere schützen und am besten mit mehr Müll den Berg wieder runterkommen, als man beim Raufgehen dabei hatte.

 

Wie berücksichtigst du diese Gratwanderung zwischen Outdoor-Spaß und Naturschutz bei deinem Konzept?

Die jeweiligen Outdoor-Angebote werden nur in einer begrenzten Teilnehmeranzahl möglich sein. Wie bereits erwähnt bieten wir Shuttlebusse an, zudem werden wir auf dem Festivalgelände verschiedene Workshops, Vorträge etc. anbieten, um die Gäste für die Themen Nachhaltigkeit und Naturschutz zu sensibilisieren. Wir gehen mit bestem Beispiel voran und gestalten das Festival plastikfrei und nachhaltig.

 

Fast alles war vorbereitet und dann kam Corona. Wann ist dir klargeworden, dass es mit der Premiere des Festivals dieses Jahr nichts wird und wie hast du dich dabei gefühlt?

Mit der Organisation haben wir im Herbst 2019 begonnen, ab Anfang des Jahres investierten wir dann viel Zeit und Arbeit in das Festival. Der Optimismus vom Team war groß, wir waren zuversichtlich, aber dann zeigte sich doch relativ schnell, dass die Umsetzung des Festivals dieses Jahr nicht funktionieren wird. Die Enttäuschung war dementsprechend groß, aber der Optimismus ist wieder zurück.

 

Welcher Schaden ist dadurch für dich entstanden? Und was motiviert dich fürs nächste Jahr neu zu organisieren?

Abgesehen vom finanziellen Schaden müssen wir eben noch ein Jahr warten, um das „fertige“ Festival live zu sehen. Aus der Idee, entstand ein Konzept und schlussendlich das Festival - das motiviert einen den Kopf nicht in den Sand zu stecken.

 

Auf was dürfen sich Outdoor-Begeisterte im August 2021 freuen?

Auf ein authentisches Festival, für Jung und Alt, für Outdoorsportler und alle, die sich gerne in der Natur aufhalten. Wenn dann noch das Wetter mitspielt, erleben wir alle ein friedliches und entspanntes Wochenende im Chiemgau.

 

 

Fotos: StefanGoetschl