Seine Provinzkomödie „Ein Dorf steht Kopf“ war der Überraschungshit in den Kinos. Drehbuchautor und Regisseur war Sebastian Schindler, der auch vor der Kamera zu sehen war. Der 22-Jährige plant bereits seinen nächsten Film . „Mit dem Rückwärtsgang nach vorn". Vor Beginn der Dreharbeiten im August haben wir ihn gefragt, wie man von der Idee zum Film kommt.

 

Worum geht´s in deinem neuen Film?
Ein kleines 500 Seelen Dorf im Landkreis Rosenheim wird nun auch von den Folgen des 21. Jahrhunderts eingeholt. Als der Bürgermeister feststellt, dass man nun sogar die übliche Kirchenkollekte nicht mehr mit Bargeld, sondern nur noch per Karte und App, bezahlen kann, beschließt er mit seiner Gemeinde den Brexit aus der modernen Welt und will zurück in die unkomplizierten 1980er. Während sich die älteren Einwohner des Dorfes mit der Idee schnell anfreunden und sich ihrer Jugendzeit entgegensehen, versteht die heutige Dorfjugend die Welt nicht mehr und versucht zu verhindern, was zu verhindern ist. Ein vorprogrammiertes Schlamassel nimmt seinen Lauf...

 

Wie kamst du auf die Idee? Und wie hat sich aus der Idee ein ganzer Film entwickelt?
Puh, gute Frage. Ich habe immer wieder gehört, wie sich Menschen hier Sorgen wegen der Digitalisierung und Bargeldabschaffung machen. Zunächst konnte ich die Ängste und die Sehnsucht nach dem Gestern nicht recht verstehen, aber dann … war das Thema für den neuen Film geboren.

 

Von der Ausbildung her bist du Schauspieler und Videoredakteur. Helfen diese beiden Professionen beim Filmemachen?
Ich finde schon. Durch die Schauspielerei habe ich einen kreativen Blick auf das Projekt, welchen ich durch meine Videoredakteurs-Ausbildung technisch umzusetzen kann.

 

Hast du Drehbuchschreiben gelernt?
Nein, ich glaub auch, dass es keine typische Standard-Herangehensweise ans Drehbuchschreiben gibt. Ich spiele die Szenen im Kopf durch, spreche mir Dialoge vor und bringe sie dann zu Papier. Wenn das Buch fertig ist, lasse ich einen zweiten kreativen Kopf drüber schauen, welcher noch die ein oder andere Pointe verfeinert.


Wer spielt denn bei deinem neuen Film mit?
Den Bürgermeister spielt kein Geringer als Uli Bauer, der den Christian Ude beim Politiker-Derblecken am Nockherberg über viele Jahre gegeben hat. Talent vererbt sich, daher spielt seine Tochter Hannah die Bürgermeisterstochter. Auch zahlreiche andere bayerische Kabarettisten und Schauspieler, wie z.B. der Michael Altinger, Wolfgang Krebs, Alexander Liegl, Tom Kress, Steckerlfisch&Schlagsahne oder der Jonathan Gertis von „Dahoam is Dahoam“ sind mit dabei. Nicht zu vergessen sind aber auch wieder einige lokale Urgesteine, die im Film nicht fehlen dürfen!

 

Außer Drehbuchschreiben und Schauspieler begeistern, welche Aufgaben sind mit der Realisierung eines Filmprojekts noch verbunden?
Da gibt’s noch so einiges. Da wir ein kleines, junges Produktionsteam sind, hat natürlich jeder von uns einen Haufen Aufgaben, denen sich sonst 30 verschiedene Leute stellen. Darunter zählen z.B. Filmfinanzierung, Sponsoring, Drehplanung, Locationsuche, Requisitenanschaffung, Disposition usw.

 

Wann und wo sind die Dreharbeiten?
Wir starten mit unseren Dreharbeiten diesen Spätsommer und drehen überwiegend in kleinen Dörfern rund um Wasserburg am Inn.

 

Was schließt sich an Arbeit an den Dreh an?

Wenn der Film im Kasten ist, geht’s in die Postproduktion. Also Film schneiden, vertonen, Effekte einbauen usw. Trödeln dürfen wir dabei nicht, denn wir wollen bereits nächsten Frühjahr damit rauskommen.


Dein Tipp für alle, die auch gerne einen Film machen würden?
Einfach loslegen klingt gut, wäre aber die falsche Antwort, weil sehr viel Planung dahintersteckt. Aber das wichtigste ist, anzupacken und nicht aufzugeben. Auch wenn dir Steine in den Weg gelegt werden, weitermachen ... denn das kommt in der Branche öfters vor. Und wer eine gute Idee hat, der darf sich natürlich auch gerne bei mir melden.

 

- Foto: Sebastian Schindler -