Und jetzt?

Seit über zwei Dekaden machen Angie und Christian nun schon gemeinsame Sache als Comedy-Duo Steckerlfisch und Schlagsahne. Im ausgelassenen Gespräch mit LUDWIG EXTRA erzählen die beiden frei von der Leber weg über ihr aktuelles Programm und ihre Rollen in der neuen bayerischen Komödie „Mit dem Rückwärtsgang nach vorn“.

 

Wie habt ihr vor über 21 Jahren angefangen?

Christian (C): Wir lernten uns 1997 auf dem Ameranger Dorffest über Angies Schwester kennen und lagen humormäßig sofort auf einer Wellenlänge.

Angie (A): Dann wurde Christians Vater 50 Jahre alt und Christian wollte etwas aufführen. Ich war ein großer Fan von Herbert & Schnipsi und hatte eine Sketch-Idee. Die Einlage kam so gut an, dass wir dasselbe nochmal beim Geburtstag meiner Mutter zum Besten gaben. Ab da kamen die Aufträge von allein. Wir hatten richtig großes Glück.

 

Wer hatte die Idee für euren Namen?

A: Die ersten Jahre hießen wir noch Comedy-Duo Bandwurm. Dann haben wir uns in Steckerlfisch und Schlagsahne umbenannt, weil wir einen kulinarischen Namen wollten. Christian, groß und schlank, als Steckerlfisch und ich, klein und rund, als Schlagsahne – das hat einfach gepasst. Außerdem klingt es so seltsam, dass es sich die Leute sofort merken.

 

Macht ihr klassisches Kabarett?

C: Kabarettisten sind wir nicht wirklich und wenn ich mir die Comedy-Stars im Fernsehen anschaue, dann entspricht uns das auch nicht. Deshalb haben wir für uns die Bezeichnung „bayerisches Sketch-Schauspiel“ gefunden.

Was macht euer neues Programm „Neu, aber treu“ aus?

A: Normalerweise reihen wir verschiedene Sketche aneinander. Dieses Mal wollten wir aber einen roten Faden. Deswegen haben wir uns für das Thema „Speed Dating“ entschieden. In diesem Rahmen spielen wir verschiedene Pärchen und behandeln so auch eine sehr aktuelle Problematik: Die Leute tun sich heute schwer damit, zueinander zu finden.

 

Wie seid ihr zu euren Rollen im Kinofilm „Mit dem Rückwärtsgang nach vorn“ gekommen?

C: Wir haben bereits im ersten Schindler-Film „Ein Dorf steht Kopf“ eine kleine Rolle gespielt. Deswegen hat Sebastian auch dieses Mal an uns gedacht und uns die Charaktere der beiden Dorfpolizisten auf den Leib geschneidert. Wir durften sogar im berühmten Eberhofer-Polizei-Auto fahren, was uns sehr nervös gemacht hat, weil man das Auto auf keinen Fall verschmutzen durfte. Der Angie ist natürlich prompt ihre Kosmetiktasche auf den Beifahrersitz gefallen. Es ist aber erfreulicherweise nichts passiert.

 

Wie kann man sich die Polizisten vorstellen?

A: Also ich bin sehr korrekt, gesetzestreu und um die Menschen besorgt.

C: Ich hingegen bin eher rebellisch und etwas naiv. Mir als Polizist gefällt diese ganze „Zurück in die 80er“-Geschichte sehr gut. Wir sind schon sehr gespannt, wie wir optisch und schauspielerisch auf der Leinwand rüberkommen, weil auch wir den Film erst bei der Premiere sehen.

A: Wobei die Optik bei Steckerlfisch und Schlagsahne grundsätzlich egal ist. Das ist ja das Schöne daran.

 

Lieber Filmdreh oder live auf der Bühne?

C: Schwer zu sagen. Speziell an diesem Filmset war die Stimmung so wunderbar, dass einem so etwas wie längere Wartezeiten nichts ausgemacht hat. Für künftige Rollen sind wir mehr als offen. Trotzdem wollen wir die Bühne nicht missen, weil das Feedback so schön direkt zurückkommt.

A: Obwohl die Bühne aufgrund dieser Unmittelbarkeit auch die größere Herausforderung darstellt. Deswegen finde ich es zu zweit so wunderbar, weil wir uns gegenseitig aushelfen und motivieren können. Durch unsere Bühnentätigkeit kommen wir außerdem rum und treffen viele Leute, die wir erheitern können. Oft hören wir von den Zuschauern Sätze wie „So viel haben wir schon lange nicht mehr gelacht“. Eine tolle Bestätigung.