„Full House" oder „Musik macht glücklich"

Familien können auch ganz schön abrocken. Denn mit „Tilda“ stehen zwei Brüderpaare auf der Bühne, wobei das eine Paar ein Trio ist, denn die Aß-Brüder sind zu Dritt, als da wären Marinus, Simon und Florian. Die Drei machen mit Florian und Matthias Micklitz Old School Rock, wofür sie auch schon einige Preise bekommen haben. Wir haben uns mit den Fünf über das Musikerleben bei uns in der Region, Rock ’n’ Roll, Familienbande und Zukunftspläne unterhalten.

 

Auf der Bühne zu stehen und Musik zu machen ist wie ….

…das wichtigste Fußballspiel des Jahres. Jeder aus der Band gibt alles und man stachelt sich gegenseitig an. Wenn man es dann noch schafft, den zwölften Mann, also das Publikum, mit ins Boot zu bekommen, entsteht eine ganz besondere Energie.

 

Ihr stammt aus Rimsting und Prien. Wie kommt man da zum Rock ’n’ Roll?

Unsere Eltern haben früher solche Musik gehört und wir sind dadurch mit den Stones, Beatles, Oasis aufgewachsen. Außerdem hatten Simon, Matthias und Flo M. in der Priener Musikschule den gleichen Gitarren- bzw. Basslehrer, den Andy Reichhelm. Auch er hat sicherlich einen Anteil an unserer musikalischen Ausrichtung.

 

Während die neue bayerische Volksmusik boomt, macht ihr Old School Rock und mischt in Euren Songs Classic Rock, Blues, Pop, Country und Folk. Wollt ihr bewusst anders sein als der Trend?

Wir machen einfach das, worauf wir Lust haben und wollen uns nicht verstellen. Wir haben gar nichts gegen Dialekt, sind aber der Meinung, dass das nicht zu unserer Musik und zu unserem Stil passen würde.

 

Im November habt ihr den Kulturförderpreis des Landkreises Rosenheim erhalten. Wie war das?

Vor oberbayerischen Vertretern von Politik, Kultur und Presse sowie unseren Familien und Freunden für die eigene Rock-Musik geehrt zu werden, das war schon der Höhepunkt unter den Preisen, die wir bis jetzt gewonnen haben. Auch dass vor uns kaum jemand mit selbstkomponierter, englischsprachiger Musik diesen Preis bekommen hat, macht uns stolz.

 

Im November habt ihr auch eure erste CD mit dem für euch sehr naheliegenden Namen „Brothership“ veröffentlicht. Stammen alle Songs von Euch?
Alle Songs sind Eigenkompositionen. Die Ideen stammen hauptsächlich von Marinus, Simon und Flo M. Beim Arrangement helfen wir dann alle zusammen.

 

Beim Pokern steht ein „Full House“ für ziemlich gute Gewinnchancen. Habt ihr als Brüder-Dreier- und Zweiergespann anderen Bands was voraus?

Unter Brüdern kennt man natürlich die Stärken und Schwächen des anderen besser. Zudem ist die Hemmschwelle für Peinlichkeiten niedriger, was gerade beim Song- oder Textschreiben hilft. Aber im Grunde sehen wir uns nicht zwingend nur als Brüder, sondern vor allem als sehr, sehr gute Freunde.

 

Euer Video zum Song „Sing Along“ ist gerade auf YouTube erschienen. „Sing Along“ steht im Englischen für Mitsingen. Soll euer Publikum mitsingen oder wollt ihr die Menschen zum Singen bringen?

Beides. Natürlich freuen wir uns, wenn unser Publikum unsere Songs singt. Das ist für jeden Musiker ein tolles Gefühl. Menschen ganz allgemein zum Singen bringen wollen wir natürlich auch. Es gibt ja auch Studien, die beweisen: Singen - ob richtig oder falsch - macht glücklich.