Rockiger Liedermachersound

Michi Schauer ist Pädagoge an einer Grundschule, Sepp Bastl arbeitet als Jurist. Gemeinsam sind sie „Zwoa Bier“ und mischen Kleinkunstbühnen ebenso auf wie große Festivals. Ein Gespräch darüber, was ihren Sound ausmacht, warum Erfolg manchmal über Nacht kommt und warum es sie jetzt auch mit Band gibt.

 

Wie kamt ihr auf den Bandnamen?

Sepp: Dazu existieren einige Theorien, aber ganz ehrlich: Keine Ahnung. Die ersten Zwoa-Bier-Songs sind eigentlich mehr aus einer Laune heraus entstanden und weniger weil der Plan dahinter stand, eine Band zu gründen.

Michi: Irgendwie brauchte das, was wir dargeboten haben, einen Namen. Und weil bei unseren Auftritten jeder ein Bier neben sich stehen hatte, wurde das ganze einfach schnell „Zwoa Bier" getauft. Dass dieser Name ein halbes Jahr später dann auf einer CD prangen würde, damit haben wir wohl beide nicht gerechnet.

 

Seit wann tretet ihr auf?

Michi: Diese erste Erprobung vor Publikum war im Dezember 2011. Grad am Anfang, wenn einen noch keiner kennt, ist es schwer an Auftritte zu kommen. Da nimmt man dann alles mit, was geht. Später durften wir dann mal LaBrassBanda supporten und auf dem ein oder anderen kleineren Festival spielen. Das war schon super und hat uns definitiv weitergebracht. Aber man lernt bei jedem Konzert was dazu, egal ob vor drei, 30 oder 3000 Leuten.

 

Mit dem „Katersong“ habt ihr 2014 auf YouTube und Facebook mit über einer Million Klicks einen Senkrechtstart hingelegt. Wie hält man die Fans bei der Stange?

Sepp: Das mit dem Kater-Song hat uns tatsächlich ein bisschen überfahren, im positiven Sinn. Und es ist vielleicht auch ein schönes Beispiel dafür, dass Erfolg nicht wirklich planbar ist. So etwas zu wiederholen, ist natürlich schwer, aber wir haben zum Glück genug Schmarrn im Kopf, mit dem wir die Fans bei Laune halten. Zum Beispiel haben wir neulich eine Aktion gestartet, bei der sich jeder für ein privates Wohnzimmerkonzert bewerben konnte. Und die Reaktion darauf war so groß, dass wir gleich mehrere solcher Konzerte spielen.

 

Was macht eure Musik besonders?
Michi: Was wir wahrscheinlich am häufigsten gesagt bekommen ist, dass Menschen unsere Texte mögen. Die Texte sind uns sehr wichtig.

 

Bisher wart ihr als „Zwei Jungs mit zwei Gitarren“ eher als Kleinkunst-Act unterwegs. Seit Winter tretet ihr auch mit Band auf und habt mit „Wochenende“ eine CD mit fünf Songs, die ihr mit 13 Gastmusikern eingespielt habt, vorgelegt. Wohin geht Eure musikalische Reise?

Michi: Im Grunde genommen waren wir ja immer eine Rockband. Das macht auf den kleinen Bühnen auch den Reiz aus, denn für einen Kleinkunst-Act lassen wir es ziemlich scheppern. Aber gerade auf größeren Bühnen ist es für uns reizvoll, eine Band mit Schlagzeug und Bass im Rücken zu haben, die ordentlich anschiebt. Uns wird es aber nach wie vor auch zu zweit geben und dann kann sich jeder Konzertbesucher aussuchen, was ihm besser gefällt.

 

 Tipp: Live erleben kann man „Zwoa Bier“ in der Originalbesetzung, also als Duo, am 1.

September auf dem Luegstock Festival in Oberaudorf. Mit Band spielen sie am 24. November zum Tourabschuss von „Lenze und de Buam“ in der Astl Halle. Alle Termine unter www.zwoabier.de

 

- Fotos: Markus Werner und Marco Tarara -