Out of Rosenheim

Seit zwei Jahren touren die Jungs von „Kreuzwort“ mit ihrem unverwechselbaren Sound erfolgreich durchs Land. Nach Gigs u.a. auf dem Rosenheimer Festival, dem Stoabatz-Festival und beim Chiemsee Summer legt die 9-köpfige Band jetzt mit „Therapie“ ein Album vor, das aussagekräftige Texte mit einem coolen Mix aus Reggae, Rap und Dancehall kombiniert. Wir fragen Chris, einem der beiden Bandgründer, wohin die Reise geht.

 

Seit 1997 bis du mit deinem Bruder Mario musikalisch unterwegs. Vor fünf Jahren habt ihr „Kreuzwort“ gegründet. Brauchtet ihr als Brüder außerfamiliäre Verstärkung?

Angefangen haben wir mit einem klassischen Hip Hop-Setup, nämlich 2 Mics und 1 DJ. Das wurde uns jedoch nach ca. 100 Konzerten zu wenig und so haben wir uns für eine große Bandbesetzung entschieden. Das macht zwar deutlich mehr Arbeit, klingt meiner Meinung nach aber auch deutlich fetter und macht auch einfach mehr Spaß.

 

Stammt ihr alle aus der Region?

Wir wohnen alle recht verteilt, u.a. in Landshut, Oberaudorf, Prien, und Großkaro. Unsere Homebase liegt jedoch in Rosenheim. Dort proben und produzieren wir auch.

 

Euer erstes Album „Lecker“ war von Anfang an ein Renner beim Publikum. Was macht euren Sound so besonders?

Deutsche Texte, tanzbare Rhythmen, viel Energie und Dynamik.

 

Auf eurem neuen Album „Therapie“ verbindet ihr Texte, die unter die Haut gehen, mit Musik, die groovt. Sind so ernste Themen besser anzusprechen?

Früher waren wir textlich mehr im seichten Wasser unterwegs, mit dem neuen Album „Therapie“ wird jedoch Tiefsee geangelt. Soundmäßig sind wir weiterhin Kreuzwort. Die Musik untermalt die Lyrics und andersherum.

 

Beim Anhören von „Therapie“ haben mich ein paar Liedzeilen gleich angesprochen, allen voran der Refrain aus dem Song „Beziehungsweise“, der da lautet: „Unser Versprechen in guten wie in fiesen Zeiten, lass unsere Wände wieder neu mit Liebe streichen. Es geht nicht darum, dass wir Zwei uns nie mehr streiten, Ich plus Du, Du plus ich beziehungsweise…“ Wem von euch fallen solche Zeilen ein?

Der Song „Beziehungsweise“ hat es tatsächlich als letzte Nummer auf das Album geschafft. Ich habe diesen Song geschrieben, nachdem ich ein Seminar über Paarberatung besucht habe, denn ich bilde mich derzeit zum Systemischen Therapeuten weiter. Mich fasziniert das Thema Beziehung sehr. Es gibt kaum vergleichbare dynamische Prozesse. Und mal ehrlich: Wer kennt es nicht, sich zu streiten bis die Fetzten fliegen oder alte Streitthemen wieder herauszugraben? Wie gelingt es also, trotz aller Stresssituationen zusammen zu bleiben? Damit beschäftigt sich der Song.

 

Was ist eure Botschaft auf dem neuen Album?

„Therapie“ ist ein Prozess. Der erste Song auf dem Album „Fickfingerraumschiff“ steht für den Beginn der Kreuzwort-Therapie, nämlich die Flucht aus dem Alltäglichen mit einem Gefühl der Wut, Verletztheit und der Aggression. Der letzte Song „Stell dir mal vor...“ hingegen steht für den Abschluss der Therapie: Neue Perspektiven haben sich entwickelt, das Selbstbild hat sich verändert, man ist zufrieden mit sich selbst. Ich denke, darum geht es im Leben: Finde dein persönliches Glück und deine eigene Zufriedenheit.